Immobilienmarktbericht Leipzig 2016

Allgemeine Marktsituation Leipzig darf sich weiterhin an stetig zunehmender nationaler, wie internationaler Beliebtheit erfreuen. Dies belegen explodierende Hotelübernachtungszahlen und vor allem die Bevölkerungsentwicklung: Im Juli 2016 zählte die Stadt knapp 568.000 Einwohner und baute ihren Vorsprung zu Dresden weiter aus. Zu verdanken ist dies neben den anhaltend positiven Geburtenzahlen dem Zuzug vor allem junger Menschen. Die Messe- und Handelsstadt Leipzig ist „in“ und vereint wirtschaftliche Stabilität mit einem hohen Maß an Wohlfühlatmosphäre. Damit bleibt Leipzig weiterhin Anziehungspunkt für Touristen, Young Professionals sowie nationale und internationale Investoren. Der immer noch deutliche Nachfrageüberhang nach Immobilien aller Art schlägt sich in einer rasanten Preisentwicklung nieder, welche der Investitionslust der Anleger kaum einen Abbruch tut. Die insgesamt 7.568 Erwerbsvorgänge 2015 (plus 14 Prozent zum Vorjahr) umfassten ein Transaktionsvolumen von ca. 2,82 Mrd. Euro (plus 57 Prozent zum Vorjahr). Investmentform Wohnimmobilien Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen bleibt die Nachfrage nach Wohnimmobilien ungebrochen hoch. Dem konnte die verstärkte Neubauaktivität der vergangenen Jahre kaum entgegenwirken, sodass die Leerstandquote weiter auf etwa sechs Prozent sank. Entsprechend entwickelten sich die Miet- und Kaufpreise weiter nach oben. Spitzenkaltmieten im Stadtgebiet und den beliebten Lagen Waldstraßenviertel, Musikviertel, Bachviertel, Schleußig und Gohlis-Süd bewegen sich zwischen 10 und 13 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Miete liegt mit knapp über 6 Euro nach wie vor auf moderatem Niveau. Der Anstieg der Kaufpreise für Wohnungseigentum fiel wider Erwarten höher aus als angenommen. Spitzenkaufpreise für Eigentumswohnungen liegen nun bei rund 4.800 Euro je Quadratmeter, in Einzelfällen darüber. Zurückzuführen ist dies auf das nahezu ausgeschöpfte Neubaupotenzial in begehrten Lagen der Innenstadt wie auch rund um den Johannapark und den Clara-ZetkinPark. Davon profitieren die angrenzenden guten bis mittleren Lagen, wie Plagwitz, Lindenau, Südvorstadt und auch Reudnitz-Thonberg, die sich zu aufstrebenden Quartieren entwickeln. Der Investmentmarkt für Wohnimmobilien verzeichnete schon im dritten Quartal 2015 einen Rekordumsatz von rund 860 Mio. Euro. Die deutschlandweit vergleichsweise moderaten Kaufpreisen und hohen Einstiegsrenditen überzeugt Anleger weiterhin, in Leipzig zu investieren. Die Kaufpreisfaktoren liegen in mittleren bis guten Lagen zwischen dem 15- und 18-fachen, in sehr guten Wohnlagen werden Spitzenfaktoren von bis zum 23,5-fachen erzielt, unter anderem bedingt durch die zunehmende Angebotsverknappung bei deutlichem Nachfrageüberhang. Folglich ist zu beobachten, dass Investoren ihren Radius um mittlere und aufstrebende Lagen wie Plagwitz, Lindenau oder Connewitz erweitern. Hier liegt neben einer ausgeglichenen Angebots- und Nachfragesituation vor allem das Potenzial zukünftiger Wertsteigerungen und zwar sowohl im Miet- als auch im Kaufpreissegment. Investmentform Büroimmobilien Gemessen an den Umsätzen, gilt dem gewerblichen Bereich nach wie vor eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Investoren. Der Umsatz vor allem von gewerblichen Investments zwischen 50 und 100 Mio. Euro machte 2015 knapp ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens aus. Hauptinvestoren sind nach wie vor Versicherungen und Pensionskassen. Der gesamte Flächenumsatz im Bürobereich lag bei rund 100.000 Quadratmetern und lag damit auf Vorjahresniveau. Die Spitzenfaktoren für Büro- und Geschäftshäuser befinden sich zwischen dem 19- bis 21-fachen des Jahresrohertrages. Groß ist weiterhin die Nachfrage nach großen, zusammenhängenden Flächen ab etwa 850 Quadratmetern bei gleichzeitig geringem beziehungsweise sinkendem Angebot. Dem entgegenstehend bietet der Markt nach wie vor ein ausreichendes Angebot an kleineren Büroflächen bis etwa 250 Quadratmeter, während Nachfrage und Angebot für mittlere Flächengrößen nahezu ausgeglichen sind. Die durchschnittliche Büromiete liegt unver- ändert bei 6,50 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenmieten in Innenstadtlage befinden sich trotz anhaltender Verknappung mit rund 12,50 Euro je Quadratmeter auf Vorjahresniveau. Die rückläufige Leerstandquote belief sich 2015 auf circa 12 Prozent. Ausblick Aufgrund des Nachfrageüberhangs sind für das Jahr 2016 weitere leichte Steigerungen bei Miet- und Kaufpreisen für Wohnimmobilien zu erwarten, welche künftig Investments auch in den guten bis mittleren Lagen attraktiver machen. Im Neubaubereich ist mittelfristig von einer Preisstagnation auszugehen, aufgrund des gestiegenen Angebotsdrucks durch vermehrten Neubau. Die Aussichten für den gewerblichen Anlagebereich sind stabil, da die Spitzenmieten vorerst ihren Höhepunkt erreicht haben.